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Lesezeit: ca. 15 Minuten

Ein Styleguide kann Dir als Unternehmer unglaublich viel Zeit sparen und Dir jede Menge Arbeit abnehmen. Außerdem ist es ein wertvoller roter Faden für Deinen gesamten Unternehmensauftritt. Quasi ein Lexikon für Dein Business, um konsequent einheitlich aufzutreten und dadurch Deinen Wiedererkennungswert zu wahren.

Was ist ein Styleguide?

Ein Styleguide fasst alle Gestaltungsrichtlinien für ein Unternehmen zusammen. Hier geht es aber nicht nur um die Do’s and Dont’s für den Einsatz Deines Logos, Deine Farbpaletten oder Schriftarten, sondern auch um die Kommunikation. Wie fühlt sich Deine Marke an? Wie klingt sie? Welche Maßnahmen sind zu treffen, um genau diese Wirkungen zu erzielen? Das alles ist festgeschrieben und übersichtlich in einem Styleguide zusammengefasst.

So ein Styleguide oder manchmal auch “Unternehmens-Bibel” genannt ist je nach Unternehmen völlig unterschiedlich umfangreich. Allgemein kann man sagen, je größer das Unternehmen, desto umfangreicher das Styleguide. Es gibt eigentlich kaum ein großes Unternehmen, welches nicht über ein Styleguide verfügt. Ratsam wäre es, die eigenen Gestaltungsregeln so früh wie möglich festzuhalten.

Was Dich in diesem Blogartikel erwartet:

1. Was genau findet man in einem Styleguide?

2. Wie verwende ich einen Styleguide?

3. Paradebeispiele: Großartige Styleguides

4. Wie erstelle ich einen Styleguide?

Styleguide_JimProd

Was genau findet man in einem Styleguide?

 Was genau ist denn dann in so einem Styleguide zu finden? Das hängt stark von Faktoren wie die Unternehmensgröße oder die genutzten Kommunikationskanäle ab. Es ist ein bisschen so, als würde man den gesamten Auftritt des Unternehmens “normen”. Diese Normen sind hier zusammengefasst. Beispielsweise:

  • Unternehmensphilosophie
  • Deine Firmengeschichte
  • Einsatz des Logos (Do’s and Dont’s)
  • Farbpalette(n)
  • Gestaltungselemente (wie zum Beispiel Muster, Grafiken, Icons)
  • Die Bildwelt (Stil der genutzten Fotos)
  • genutzte Schriftarten und Schriftgrößen (auch Zeilenabstände, Laufweiten usw.)
  • Slogans
  • Präsentationen
  • Tonalität: zum Beispiel Wörter, die gern entsprechend der Philosophie genutzt werden und Wörter, die der Philosophie nicht entsprechen und deshalb nicht genutzt werden sollten

Das nur als ein paar Beispiele. So ein Styleguide sollte für bessere Übersicht und Verständlichkeit auch gern unterteilt werden, indem es zum Beispiel ein extra Styleguide für die Webseite gibt. Je genauer definiert, desto besser. Die Kunst ist es, dabei auch die Übersicht und Struktur beizubehalten.

Wie verwende ich einen Styleguide?

Ein Styleguide ist ein hervorragendes Werkzeug um Partner oder Mitarbeiter mit geringen Zeitaufwand zu schulen.

Beispiel: Du möchtest Dein Social Media Marketing in die Hände einer Agentur legen. Natürlich ist es wichtig, dass sie ihre Arbeit so machen, dass Dein Unternehmen stets wiedererkennbar bleibt. In Deinem Styleguide sind die Richtlinien klar zu sehen, wie Dein Social Media Auftritt aufgebaut ist, wie er aussieht und wie er gebrandet wird.

Indem Du Deinen Partner, also der Agentur, dieses Styleguide in die Hände gibst, hast Du eine Menge Zeit und Aufwand gespart, da hierfür keine aufwändige Schulung geplant und durchgeführt werden muss. Deine Agentur erhält lediglich das Lexikon rund um Deinen Auftritt. Sie wissen nun also, wie Dein Unternehmen kommuniziert, nach welchen Kriterien sie Bildmaterial beschaffen und Du so einen konsequent einheitlichen Auftritt beibehältst.

Aber auch wenn Du Dein Social Media Marketing selbst machst, macht ein Styleguide zur Hand zu haben Sinn. Es ist nicht immer einfach, exakt und konsequent einheitlich zu arbeiten. Wenn Du aber feste Richtlinien bestimmt hast, sparst Du auch hier eine Menge Zeit. Du weißt immer ohne zu überlegen, wie geroß genau die Überschrift des nächsten Posts ist und wo genau sie platziert wird, welche Schriftart sie hat und welche Farbe. Du hast den Einsatz des Logos klar vor Augen. So hast Du Dir ein System erschaffen, das für Dich immer eine Grundlage bietet, statt jedes Mal etwas Neues zu gestalten.

Fazit: effektiver und wahrscheinlich produktiver gearbeitet, einheitlich gearbeitet, Wiedererkennungswert gewahrt. 

Lies hier den Blogbeitrag zum Wiedererkennungswert: #5 WIE DICH DEIN WIEDERERKENNUNGSWERT ERFOLGREICHER MACHT

Ein Styleguide kannst Du natürlich digital zur Verfügung haben. Oft werden solche Styleguides aber auch als hochwertig gedruckte Bücher oder Broschüren erstellt. Sinnvoll wäre natürlich, das Styleguide digital und als print zur Verfügung zu haben.

Beispiele

Styleguide_Jamie_Oliver

1. Jamie Oliver

Das ist ein wirklich faszinierendes Beispiel. Jamie Oliver hat verschiedene Produktreihen. Beispielsweise Produkte für die breite Masse und Premium Produkte. Das Design dieser Produktreihen unterscheidet sich und trotzdem gehört alles zusammen. 

Alles kann zugeordnet werden, wurde mit so viel Verstand und Planung gestaltet und auch im Styleguide ist jedes Detail von allen Do’s and Dont’s von Fotos, Logo oder Schriften festgehalten bis hin zu Verpackungen und wie die Richtlinien für Vorder- und Rückseiten sind.

Schau Dir hier das ganze Styleguide an: Jamie Oliver

2. Skype

Skype ist von der Aufmachung das totale Gegenteil von Jamie Oliver. Aber in meinen Augen ist das Styleguide ebenso genial. Denn im gesamten Design des Styleguides bzw. im Aufbau ist die Philosophie des Unternehmens so greifbar. So klar ersichtlich.

Wenn man hier anfängt, einmal durchzublättern, hat man sofort ein Gefühl dafür, wofür dieses Unternehmen steht. Ohne, dass man das hier erst mal nachlesen muss. Und natürlich wurden hier auf eine tolle Art die Do’s and Dont’s aller Elemente, der Einsatz der Schriften und der Bilder zusammengefasst. 

Schau Dir hier das ganze Styleguide von Skype an: Skype

Styleguide_Skype

Wie erstelle ich einen Styleguide?

Grundsätzlich empfehle ich für einen professionellen Auftritt und das übersichtliche Festhalten des Konstrukts in einem Styleguide, sich einen Grafiker an die Seite zu holen. Du kannst aber selbst trotzdem schon gute Arbeit bzw. Vorarbeit leisten und Dir Deine Arbeit auch erheblich erleichtern.

Lies hier den Blogbeitrag zum Finden des richtigen Grafikdesigners: #3 WIE FINDE ICH EINEN GRAFIKDESIGNER?

Styleguide kurz und knackig:

 

Step 1: Deine Story


Halte folgendes (schriftlich) fest:

  • Wann Dein Unternehmen gegründet wurde und mit welcher Motivation?
  • Was ist Dein Warum? Wofür steht Dein Unternehmen?
  • Was ist das ganze besondere an Deinem Business?
  • Beschreibe Dein Unternehmen mit 5-6 passenden Adjektiven.
  • Definiere Dein Alleinstellungsmerkmal (USP).
  • Notiere die Werte, die Dir besonders wichtig sind und für die Du stehst.
  • Formuliere Deine Mission Statement und Dein Vision Statement.

Das Vision Statement bringt Deine großen Unternehmensziele für die Gesellschaft in der Zukunft kurz und knackig auf den Punkt. Wofür möchtest Du in Zukunft stehen?

Beispiel:

  • Vision Statement von IKEA: „Einen besseren Alltag für die vielen Menschen schaffen.“
  • Vision Statement von Microsoft: „Ein Computer auf jedem Schreibtisch und
    in jedem Zuhause.“

Während sich dieses an der Zukunft orientiert, befasst sich das Mission Statement mit dem, was Du in der Gegenwart für das Erreichen Deiner großen Ziele tust. Was genau tust Du aktuell, um Dein Ziel in Zukunft zu erreichen?

Beispiel:

  • Mission Statement von IKEA: „Unsere Geschäftsidee unterstützt die Vision vom Angebot
    einer großen Auswahl an gut designten und funktionalen Wohnungseinrichtungsprodukten zu
    so niedrigen Preisen, dass sich diese so viele Menschen wie möglich leisten können.“
  • Mission Statement von Microsoft: “Andere befähigen, mehr zu erreichen“

 

Step 2: Dein Design

  • Definiere die Do’s and Dont’s für den Einsatz Deines Logos. (Welche Farben werden genutzt und welche Abstände hat Dein Logo zu anderen Elementen?)
  • Definiere Deine Farbpalette. Wähle aber nicht zu viele Farben. Wo werden welche Farben eingesetzt?
  • Definiere genau wie die Farben auch Deine Schriftarten. Wo werden welche Schriften in welcher Größe genutzt?
  • Definiere auch Deine typische Schriftkombinationen?

 

Step 3: Deine Bildwelt

Die Bilder, die Du im Zusammenhang mit Deinem Unternehmen nutzt, sollten unbedingt zusammenpassen und immer das für Dein Unternehmen typische look and feel übermitteln.

Beispiel: bunte knallige und detailreiche Fotos übermitteln ganz klar nicht dieselbe Stimmung wie melancholische Motive mit eher wenig Kontrast.

 

  • Erstelle ein Moodboard, um eine passende Bildwelt festzulegen: Sammle Bilder und Motive, die das Gefühl vermitteln, das Deine Kunden im Zusammenhang mit Deinem Unternehmen haben sollten.
  • Anhand Deines Moodboards wirst Du einen besseren Blick und ein Gefühl dafür haben und kannst so Deine Sammlung aussortieren.
  • Wenn Du mehr Bildmaterial für Dein Unternehmen (z.B. Webseite, Social Media, …)beschaffst, solltest Du Dich immer an Dein Moodboard halten.

 

Step 4: Deine Tonalität

  • Lege fest, welche Art der Kommunikation für Dein Unternehmen typisch ist und zu Deinen Werten und Deiner Philosophie passt. (Duzen oder Siezen, Lockere Ausdrucksweise oder eher strikt?)
  • Erstelle eine Liste: “Wörter, die wir mögen” und “Wörter, die wir nicht mögen”. Ersetze Wörter, die negativ klingen oder nicht zu Deinem Unternehmen oder Deiner Zielgruppe passen, durch positive Wörter.

FAZIT:

Wenn Du ein richtig professionelles Unternehmen bist und Wert auf einen richtig professionellen Auftritt legst, dann solltest Du für Dein Styleguide auch unbedingt einen Grafikdesigner an Deiner Seite haben. Im allerbesten Fall auch der Designer, der Deinen Unternehmensauftritt mit Dir erarbeitet hat, denn diese Person kennt dann Deinen Auftritt bereits in- und auswendig. Außerdem sind in der Gestaltung des Styleguides viele Faktoren zu Bedenken und es muss dabei viel “in die Zukunft” geschaut werden. Denn Dein Auftritt muss natürlich langlebig sein.

Trotzdem solltest Du Dir schon von Tag 1 an Gedanken über Deinen Auftritt machen und wenn Du noch nicht so weit bist, einen Designer für Deinen Auftritt und Dein Styleguide zu beauftragen, kannst Du trotzdem selbst schon viel machen und so auch fantastische Vorarbeit für Dein zukünftiges Corporate Design vom Profi und Dein späteres Styleguide leisten. Außerdem sparst Du mit der Bestimmung von Richtlinien immer mehr Zeit und Arbeit. Ein gutes Styleguide ist Gold wert.