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#2 Wie Neuro Design die Gestaltung revolutioniert

Du hast Neuro Design noch nie gehört? So geht es wahrscheinlich vielen anderen Menschen. Noch. Was ich damit meine, sehen wir uns später an. Fangen wir doch erstmal mit der Begriffserklärung an.

Neuro Design ist eine junge Gestaltungsdisziplin, die Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft, der Psychologie, der Soziologie und anderer Humanwissenschaften nutzt, um effektivere Formen des Designs zu entwerfen. […] „effektiver“ wird dabei im Sinne einer Zielerreichung verstanden, bestimmte Verhaltensweisen, […] durch den gestalterischen Eingriff […] tatsächlich auszulösen

Was Dich in diesem Blogartikel erwartet:

1. Die Definition Neuro Design

2. Woher kommt Neuro Design?

3. Revolution der Gestaltung

4. Brain Hacks für Dich

5. Fazit

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Definition von Neuro Design

Das Zitat kannst Du im Buch „Neuro Design“ von Martin Ludwig Hofmann nachlesen. Er ist Professor für Humanwissenschaften. Diese Defintion klingt ja echt nach einem starken Stück!

Ganz einfach gesagt: Durch Eingriffe in die Umgebung eines Betrachters, sollen gezielt bestimmte Verhaltensweisen ausgelöst werden.

Beispiele für Neuro Design:

  • Beim Design eines Werbeplakates gezielt das Konzentrationsniveau des Betrachters durch die Gestaltung der Schrift beeinflussen.
  • Auf einer Webseite einem Button eine bestimmte Farbe und Form verleihen, die nachgewiesen die Klickzahl erhöht.
  • Das Erscheinungsbild eines Fast Food Restaurants Farben verleihen, die das Belohnungszentrum im Gehirn aktivieren.

Das waren Beispiele, die zu meinem Beruf als Grafikdesignerin passen. Neuro Design beschränkt sich aber nicht nur auf Grafikdesign.

Neuro Design passiert on- und offline. Es geht um die gezielte Beeinflussung, die auf Erkenntnissen der Humanwissenschaften beruhen.

Woher kommt Neuro Design?

Ganz wichtig an der Stelle: Neuro Design ist kein Neuro Marketing.

Neuro Design ist noch jünger und unbekannter. Es hat sich aus dem Neuro Marketing entwickelt. Was ist der Unterschied?
Neuro Marketing ist mehr absatzorientiert. Dabei wird nach dem „Kaufen-Button“ im menschlichen Hirn gesucht. Neuro Design geht darüber hinaus.

 

Neuro Design

  • Im Neuro Design kommen wissenschaftliche Erkenntnisse aus Humanwissenschaften zum Einsatz. (z.B. Psychologie oder Soziologie)
  • Beim Neuro Design stellt man sich mehr die Frage nach dem Wie.
    Wie laufen Prozesse im Gehirn ab und was führt dazu?
  • Ziel ist es durch bestimmte Eingriffe in die Umwelt des Betrachters, das Verhalten gezielt zu beeinflussen.
  • Es geht dabei aber nicht nur darum, etwas zu verkaufen. Das Verhalten von Menschen kann auch aus ganz anderen Gründen beeinflusst werden wollen.

Neuro Marketing

  • Neuro Marketing ist ein umfangreicher Teil der Marktforschung. Es verbindet Marketing mit der Wirtschaftswissenschaft.
  • Neuro Marketing orientiert sich mehr nach den Erkenntnissen aus bildgebenden Verfahren. (z.B. EKG)
  • Hier stellt sich eher die Frage Wo etwas in Gehirn passiert.
  • Insgesamt ist Neuro Marketing eher absatzorientiert. Es soll effektives Marketing betrieben werden, das den Umsatz erhöht.

Schon lange versuchen Menschen die Geheimnisse und Funktionen des Verstandes zu lüften und zu verstehen. Als das Neuro Marketing entdeckt wurde war das eine Innovation. Und auch ein Schock für Verbraucherschützer! Dass sich aus dem Hinzuziehen der Wissenschaft im Marketing noch eine neue Disziplin abspaltet war abzusehen. Da ist es nun, das Neuro Design. Fresh and new und am Anfang seines Weges, sich zu etablieren.

Ist Neuro Design oder auch Neuro Marketing moralisch verwerflich? Diese Frage hier zu beantworten würde den Rahmen sprengen. Aber eines ist sicher: Das hängt von der Intention dahinter ab. Lies passend dazu gern meinen Blogartikel zum Thema Psychologie und Manipulation: #1 Design und die Macht der Psychologie

Wie Humanwissenschaften Gestaltung und Branding revolutionieren

Die Welt ist überflutet von Reizen und Informationen. Die Aufmerksamkeit zu erregen wird immer schwerer. Für Menschen wird es daher zunehmend wichtiger, wie ein Unternehmen auftritt. Wie es sich zeigt, wie es kommuniziert.

Mit dem altbekannten Brandingstrategie-Zug fährst Du direkt Richtung Haltestelle „Kenn‘ ich schon“. Alle wollen mehr Authentizität. Mehr Nähe, mehr Menschlichkeit. Man kann schon sagen, dass daher auch das Marketing und das Branding immer menschlicher wird. Unternehmen werden schon fast personifiziert und genau das weckt die meisten Emotionen.

Emotionen sind der Schlüssel, denn eine Kaufentscheidung wird zu ungefähr 90 % emotional getroffen. Überhaupt die Entscheidung, ob Du Dich jetzt mit einem Unternehmen näher befassen möchtest oder nicht, ist emotional. Apropos, ist Dir mal aufgefallen, dass im November die Werbungen von sämtlichen Anbietern wieder emotionaler werden? Eine rührende kleine Geschichte nach der anderen. Auch damit werden auf starke Weise Emotionen geweckt und das Weihnachtsgeschäft eingeläutet.

Emotionen lassen sich jedenfalls zielgerichteter und effektiver auf verschiedenste Arten mit Hilfe der Humanwissenschaften erzeugen. So bekommen wir die Möglichkeit die Menschen auf einer tieferen Ebene zu erreichen. Wir erschaffen nicht nur Kunden, sondern Fans. Wir ziehen unsere Idealkunden magisch an. Je erlebbarer und persönlicher eine Marke ist, desto stärker der Effekt. Die Humanwissenschaften helfen uns dabei, genau das bestmöglich zu erreichen.

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Brain Hacks für Dich

Zu guter Letzt habe ich Dir ein paar interessante Tools mitgebracht. So kannst Du ein paar Vorteile des Neuro Designs für Dich nutzen.

1. Redundanz

Der Mensch denkt in Bildern und lernt durch Wiederholungen. Wichtiger Grundsatz!

Je einfacher es für eine Person ist, ein Thema mit Bildern im Kopf zu verknüpfen, desto relevanter erscheint es. Deshalb wird gern von der „Mut zur Redundanz“ gesprochen. Das heißt, dass eine Werbeanzeige mit einem eindrucksvollen Bild ausgespielt wird. Und das wiederholt. Dabei wird das Bild oder der Text in der Anzeige immer nur ein wenig verändert.

So werden viele Bilder zu einem Thema im Kopf des Betrachters verpflanzt und das Thema wird so für ihn immer relevanter.

2. Halo Effekt

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Der Halo Effekt beschreibt, wie ein erstgenanntes (oder gesehenes) Attribut alle nachstehenden Attribute „überstrahlt“. Daher auch der Name.

Beispiel: Wenn Du eine Webseite besuchst, die super professionell aussieht, dann gehst Du unterbewusst davon aus, dass es sich hier um ein vertrauenswürdiges Unternehmen handelt. Dasselbe gilt für Dein Design. Ist Dein Angebot professionell verpackt, entsteht auch der Eindruck, dass die Qualität ebenso professionell ist.

3. Kognitive Systeme

Deine Botschaft soll mit hoher Konzentration erfasst werden? Dann schei* auf die Regeln für gute Lesbarkeit! Wenn Du möchtest, dass Dein Betrachter mitdenkt, dann erschwere die Lesbarkeit ein wenig. Das funktioniert mit einer kleineren Schriftgröße oder mit Farben.

Je einfacher ein Text zu lesen ist, desto unkonzentrierter wird er aufgenommen. Und entsprechend weniger hinterfragt. Möchtest Du, dass Dein Betrachter Deine Botschaft möglichst schnell erfasst und weniger hinterfragt? Dann gestalte Deinen Text sehr gut lesbar. Beispielsweise durch eine große Schrift und klare Kontraste.

FAZIT:

Ich denke, dass sich Neuro Design künftig noch stärker etablieren wird. Genau wie Neuro Marketing. Auch wenn diese beiden Disziplinen nicht zu verwechseln sind, gehen sie doch Hand in Hand.

Neuro Design und Neuro Marketing sind ein starkes Team und arbeiten immer gemeinsam. Wer das einmal wirklich gut beherrscht, hat einen wahnsinn‘s Hebel in der Hand! Wichtig dabei ist nur immer das Motiv bei Neuro-Maßnahmen zu hinterfragen. Denn Neuro Design und Neuro Marketing sind immer das, wozu wir es nutzen oder machen.